Queen's Share 2025: Wenn Moonshine auf royales Rot trifft
Es gibt Jahrgänge, die man nicht vergisst. Und dann gibt es den Queen's Share 2025. Während die 2024er Edition ihre karibischen Wurzeln im jamaikanischen Rum-Fass entfaltet hat, schlägt die 2025er Ausgabe einen anderen Weg ein – tiefer, dunkler, samtener. Ein Ruby Port Cask aus Portugal. 250 Flaschen. Voraussichtlich bereit im November 2026. Das Warten hat sich gelohnt. Versprochen!
Was ist der Queen's Share – zur Erinnerung
Für alle, die zum ersten Mal von dieser Reserve hören: Der Queen's Share ist nicht einfach eine limitierte Abfüllung mit einem schicken Etikett. Er hat eine Geschichte – und die beginnt Jahrhunderte vor der Badger Mountain Moonshine Company. Damals, als Destillation unter strenger staatlicher Aufsicht stand, hatte die Krone ein unveräußerliches Recht: Sie bekam ihren Anteil. Und nicht irgendeinen Anteil – die Königin bekam das Beste. Die reichsten Cuts, das reinste Destillat, die komplexeste Abfüllung. Der „Queen's Share" war die Crème de la Crème dessen, was in einem Still entstehen konnte. Heute ist die Krone außen vor. Aber das Prinzip bleibt: Dieser Anteil gehört den Menschen, die wissen, was wirklich guten Stoff ausmacht. Wer eine Flasche Queen's Share in den Händen hält, hält das Beste, was wir machen können.
Heads, Hearts & Tails – dreifach destilliert, ein drittes Mal
Auch beim 2025er gilt: Der Queen's Share beginnt dort, wo andere aufhören. Die meisten Destillerien destillieren einmal, manche zweimal. Wir nehmen die Heads, Hearts und Tails mehrerer Brenndurchläufe – und brennen sie ein drittes Mal. Das ist keine Spielerei. Das ist eine Entscheidung für Qualität auf Kosten von Zeit und Menge. Was dabei entsteht, ist ein Destillat von außergewöhnlicher Reinheit und tiefer Komplexität. Die dritte Destillation glättet, was rau ist. Sie hebt hervor, was fein ist. Und sie erschafft eine Basis, die stark genug ist, um mit einem Fass auf Augenhöhe zu kommunizieren – ohne darin zu verschwinden.
Genau das braucht es, wenn das Fass so viel Charakter mitbringt wie ein Ruby Port Cask.
Fasslagerung – der stille Dialog zwischen Holz und Destillat
Ein Fass ist kein Behälter. Es ist ein Gesprächspartner. Wenn unser Moonshine in ein gebrauchtes Fass einzieht, beginnt ein Prozess, den man nicht beschleunigen kann. Das Destillat zieht in die Poren des Holzes ein, nimmt mit, was das Holz zu geben hat, und gibt selbst etwas zurück. Mit jedem Temperaturwechsel – warm, kühl, warm, kühl – atmet das Fass, und mit jedem Atemzug wird das Destillat reicher, tiefer, komplexer.
Das Holz gibt Tannine, Vanillin und all jene Verbindungen ab, die einem gereiften Destillat seine Struktur verleihen. Und ein Fass, das zuvor eine andere Spirituose beherbergt hat, gibt darüber hinaus all das ab, was sich in seinen Dauben angesammelt hat – das Erbe seiner Vergangenheit. Bei einem Ruby Port Cask ist dieses Erbe besonders reich.
Ruby Port – was steckt in diesem Fass?
Ruby Port ist der jugendlichste, fruchtintensivste Stil des portugiesischen Portweinspektrums. Wo Tawny Port über Jahre in kleinen Fässern oxidiert und dabei seine Fruchtigkeit verliert, wird Ruby Port bewusst so behandelt, dass er seine leuchtend roten Fruchtnoten behält. Dunkelkirsche, Brombeere, Pflaume – intensiv, saftig, tief. Diese Aromen setzen sich ins Holz. Und wenn unser Moonshine in dieses Fass einzieht, beginnt er, genau dieses Erbe aufzunehmen. Dazu kommen die Eigenheiten des Portweins selbst: Er ist süßer als Tafelwein, hat durch die Aufspritung mit Branntwein eine eigene Alkoholstruktur und bringt damit eine Komplexität ins Fass, die weit über das hinausgeht, was ein einfaches Rotweinfass liefern würde. Das Ergebnis ist ein Destillat, das tief in der Seele noch Moonshine ist – aber an der Oberfläche eine Eleganz trägt, die man nicht erwartet.
Was schmeckt man im Glas?
Lass uns konkret werden – auch wenn Worte hier an ihre Grenzen stoßen.
Nase: Der erste Eindruck ist dunkel und einladend. Reife Dunkelkirsche und Pflaume treten sofort in den Vordergrund, begleitet von einem Hauch Brombeere und einer leisen floralen Note. Darunter liegt das vertraute Mais-Fundament des Rocket Fuel – warm, geerdet, zuverlässig.
Gaumen: Hier entfaltet sich, wofür es sich zu warten lohnt. Das Mundgefühl ist samten und voll, mit einer Süße, die nicht klebt, sondern trägt. Rote und dunkle Beeren wechseln sich ab mit feinen Schokoladenaromen und einem Hauch von Trockenfrüchten. Die Tannine des Holzes geben Struktur – elegant, nicht aufdringlich. Im Hintergrund blüht die Würze der dreifachen Destillation auf.
Abgang: Lang, warm, komplex. Ein leiser Nachhall von Pflaume und dunkler Schokolade, der sich langsam in eine angenehme, trockene Wärme auflöst. Der Mais meldet sich zum Abschied noch einmal – und erinnert daran, wo diese Reise begann.
Am besten trinkt man ihn pur oder mit einem kleinen Stein – kein Eis, das die Aromen einfriert, sondern etwas, das sie sanft öffnet. Nimm dir Zeit. Dieser Stoff hat Zeit gebraucht, um zu werden, was er ist. Er verdient, dass du dir Zeit nimmst, ihn zu trinken.
250 Flaschen. Ein Fass. November 2025.
250 Flaschen – etwas mehr als beim 2024er Jahrgang, aber immer noch die natürliche Grenze dessen, was ein einzelnes Fass hergibt. Kein Tropfen mehr, kein Tropfen weniger. Das ist das Wesen eines Single Barrel Expressions. Jede Flasche trägt denselben Charakter, dieselbe Geschichte, denselben Moment. Wenn das Fass leer ist, ist dieser Queen's Share Geschichte. Der 2026er wird anders sein – ein anderes Fass, eine andere Reifezeit, ein anderer Charakter. Das Fass arbeitet gerade. Wir warten geduldig – voraussichtlich bis November. Denn ein gutes Fass lässt sich nicht hetzen. Und wer auf etwas Gutes wartet, wartet nicht umsonst.
Fazit: Royales Rot aus dem Schwarzwald
Der Queen's Share 2025 ist das, was passiert, wenn man Handwerk ernst nimmt. Dreifach destillierter Rocket Fuel Moonshine aus dem Schwarzwald, gereift in einem Ruby Port Cask aus Portugal – zwei Welten, ein Ergebnis. Er ist nicht laut. Er ist tief. Er verlangt keine große Bühne – nur ein gutes Glas, einen ruhigen Moment und die Bereitschaft, genau hinzuhören, was er dir zu sagen hat.
250 Flaschen. Voraussichtlich November 2026. Sichere dir deine Flasche – bevor es zu spät ist.
— The Maker